„Verbinden wir uns mit einer fremden Sprache, so leben wir Toleranz.”
Wer in eine fremde Sprache eintaucht, dem öffnet sich eine neue Welt. Er lernt, anders zu sehen, anders zu empfinden, anders zu denken. Jede Sprache trägt eine eigene Seele in sich, einen eigenen Gestus – eine Weise, das Leben zu fassen. Kinder, die früh in mehreren Sprachen heimisch werden, gewinnen Beweglichkeit des Geistes und Offenheit für das Fremde. Das ist es, was wir unseren Kindern mitgeben wollen.
Von der ersten Klasse an lernen die Kinder bei uns zwei Fremdsprachen: Englisch und Russisch. Ab der Mittelstufe kommt Spanisch als dritte Sprache hinzu.
In den ersten Jahren tauchen die Kinder ganz in die fremde Sprache ein. Die Lehrerin spricht von der ersten Stunde an nur Englisch oder Russisch. Die Kinder hören, ahmen nach, sprechen mit – eingebettet in Lieder, Reime, Gedichte, kleine Spiele und Dialoge. So lernen sie die Sprache, wie sie einst ihre Muttersprache lernten: durch Erleben, durch Bewegung und Gefühl, im lebendigen Miteinander.
Junge Kinder sind für Klang, Melodie und Gestus einer Sprache besonders empfänglich. Was in diesen Jahren gehört und gesprochen wird, prägt sich tief ein und wird zu einem Können, das im ganzen Leib verankert ist. Mit etwa neun oder zehn Jahren erwacht dann das Bedürfnis, die Sprache auch zu durchschauen.
Ab der vierten Klasse kommen das Schreiben und Lesen hinzu. In der Mittelstufe beginnt die bewusste Arbeit an Grammatik und Wortschatz. Die Kinder bringen dafür ein lebendiges Fundament mit: Die Sprache ist ihnen längst vertraut, sie klingt in ihnen.