Handarbeit

Handarbeit bildet den Willen durch die Tätigkeit der Hände. Im Zusammenspiel Aufmerksamkeit, Ausdauer und Tun wachsen Geschicklichkeit, innere Ordnung und die Erfahrung, schönes und zweckmäßiges hervorbringen zu können.

Der Handarbeitsunterricht zieht sich wie ein roter Faden durch die Schulzeit. In der ersten Klasse lernen die Kinder häkeln, dann stricken, und aus Wolle und Garn entstehen Dinge, die sie brauchen und benutzen können: eine Flötentasche, ein kleines Tier, ein Ballnetz. Über das Sticken, Filzen und Weben, das Nähen mit der Hand bis zum Arbeiten an der Nähmaschine in der achten Klasse kommen jedes Jahr neue Techniken und neue Materialien hinzu.

Wer über Jahre lernt, einen Faden gleichmäßig zu führen, eine Naht sauber zu setzen und ein Werkstück sorgfältig zu vollenden, der bildet an der Tätigkeit der Hände weit mehr als handwerkliches Geschick: Feinmotorik, Konzentration, Geduld und ein Gespür für Material, Qualität und Prozess. Rudolf Steiner betonte, dass das tätige Tun eine entscheidende Grundlage für gesundes Denken ist – wer mit den Händen arbeitet, schult auch seinen Geist.

In der Oberstufe werden diese Fähigkeiten in einem besonderen Projekt zusammengeführt: Die Schülerinnen und Schüler entwerfen und schneidern ein eigenes Kleidungsstück und präsentieren es bei der Modenschau zur Monatsfeier – ein Moment, in dem sichtbar wird, was in all den Jahren gewachsen ist.

Spinnen

Im Spinnunterricht lernen die Schülerinnen und Schüler, aus loser Wolle einen Faden zu machen – eine der ältesten Kulturtechniken der Menschheit und zugleich die Grundlage für alles Textile, das in den anderen Handarbeitsfächern entsteht. Mit der Handspindel wird die Fadenführung geübt, bis man am Spinnrad im rhythmischen Einklang von Hand und Fuß das Spinnen lernt. Am Ende genießen wir, wie der Faden fast von selbst über die Hände fließt und zu einem bunten Knäuel wird.

Weben

In der 10. und 11. Klasse können die Schülerinnen und Schüler hier das Weben erlernen und eigene Werkstücke herstellen: Schals, Teppiche oder Badetücher. Das Weben erfordert vorausschauendes Denken. Bevor der erste Schussfaden gezogen wird, muss der Webstuhl eingerichtet, das Muster geplant, die Farbfolge festgelegt sein. Dann erst beginnt die rhythmische Arbeit, bei der Schuss um Schuss ein Gewebe entsteht. Was als loser Faden auf die Spule kam, verlässt den Webstuhl als fertiges Tuch.

Schneidern

Vom Häkeln in der ersten Klasse bis zur Nähmaschine in der achten haben die Schülerinnen und Schüler im Handarbeitsunterricht gelernt, mit Nadel, Faden und Stoff umzugehen. Im Schneiderunterricht der 9. Klasse kommt nun alles zusammen: Sie entwerfen und fertigen ein eigenes Kleidungsstück, etwas, das sie selbst tragen werden. Der Weg dorthin führt über den Grundschnitt, den Zuschnitt des Stoffes und das schrittweise Zusammennähen, ein Prozess, der Genauigkeit, Planung und Geduld verlangt. In der 10. und 11. Klasse können diese Kenntnisse im Wahlkurs Schneidern vertieft werden. Zur Monatsfeier am Schuljahresende präsentieren die Schülerinnen und Schüler ihre Kleidungsstücke in einer großen Modenschau.

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Werken

Im Werken begegnen die Schülerinnen und Schüler der Wirklichkeit des Materials. Aus planvollem Tun, Genauigkeit und Ausdauer entstehen Werkstücke, an denen Selbstwirksamkeit erfahrbar wird.

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Fremdsprachen

Im Fremdsprachenunterricht begegnen die Kinder von Anfang an Klang, Rhythmus und Gestus anderer Sprachen. Was in der Unterstufe durch Hören, Sprechen, Rezitieren des Englischen und Russischen angelegt wird, wandelt sich in der Oberstufe zu bewusster Sprachbeherrschung, gedanklicher Durchdringung und eigener Urteilsfähigkeit.

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Unterricht

Hier finden Sie eine Übersicht mit Informationen zu allen Unterrichtsfächern an der FSH

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