Von der ersten bis zur zwölften Klasse singen, spielen und musizieren die Kinder – im Hauptunterricht, im Fremdsprachenunterricht, in den Musikstunden. Schon die Erstklässler greifen zur pentatonischen Flöte, deren offener Klangraum keine falschen Töne kennt: Die Kinder können im wörtlichen Sinne spielen und finden so einen unmittelbaren, angstfreien Zugang zur Musik. Die Lieder der ersten beiden Schuljahre bewegen sich in der Quintenstimmung – sie sind noch frei von festen Tonarten und folgen dem Atem und der Empfindung der Kinder.
Ab der dritten Klasse spielen die Kinder die diatonische C-Flöte, lernen die Notenschrift kennen und singen erste Kanons. Zugleich beginnen viele, ein eigenes Instrument zu erlernen – Geige, Cello, Querflöte, Trompete etc. – und bringen es in das gemeinsame Musizieren ein. So wachsen aus dem Flötenspiel der Unterstufe nach und nach Orchester und Ensembles, in denen die Kinder erfahren, was es heißt, aufeinander zu hören und einen gemeinsamen Klang zu bilden.
In der Mittelstufe weitet sich der musikalische Horizont: Die Schüler singen im Chor, spielen im Orchester, begegnen der Mehrstimmigkeit und lernen Musikkulturen jenseits der europäischen Tradition kennen. Biographien großer Komponisten und erste Referate zu musikalischen Themen schärfen das Bewusstsein für das, was Musik ausdrückt und bewirkt. In der Oberstufe setzen sich die Jugendlichen mit Musikgeschichte, Harmonielehre und Komposition auseinander und bilden sich ein eigenes, begründetes Urteil über Musik. Chor und Orchester erarbeiten anspruchsvolle Werke und bringen sie bei Konzerten und Schulfeiern auf die Bühne.
Wer über Jahre hinweg gemeinsam singt, aufeinander hört und am Instrument übt, lernt dabei dreierlei: sich einzufühlen, den eigenen Willen am Üben zu stärken und das, was er selbst kann, in eine Gemeinschaft einzubringen.