Werken

Im Werken begegnen die Schülerinnen und Schüler dem Widerstand und der Wahrheit des Materials. Indem sie formen, fügen und vollenden, lernen sie, Gedanken in Wirklichkeit zu verwandeln.

Werken bedeutet die tätige Auseinandersetzung mit einem Material. In planvollem Tun mit Genauigkeit und Ausdauer werden Gedanken und Vorstellungen in Wirklichkeit verwandelt.
Was dabei entsteht, geht über das Handwerkliche hinaus. Die Kinder erleben, dass aus eigener Anstrengung etwas Dauerhaftes wird – etwas, das sie selbst erdacht, erarbeitet und vollendet haben. Gerade in der Mittelstufe, wenn vieles in Bewegung gerät, gibt diese Erfahrung Halt: Das Material fordert Genauigkeit, Geduld und Planung, und das fertige Werkstück ist ein ehrliches Zeugnis der eigenen Arbeit.

Handwerk Oberstufe

In der Oberstufe wird der Werkunterricht um neue Materialien erweitert: Zum vertrauten Holz treten Kupfer, Eisen, Stein und Ton. Jeder dieser Werkstoffe hat seinen eigenen Charakter und verlangt andere Fähigkeiten. Glühendes Eisen am Amboss zu schmieden fordert Kraft und Entschlossenheit, eine Kupferschale aus der Fläche zu treiben erfordert Geduld und rhythmisches Arbeiten, einem Stein eine Form abzuringen verlangt, den eigenen Plan immer wieder am Widerstand des Materials zu prüfen.

Was alle diese Handwerke verbindet: Die Jugendlichen erleben sich als Handelnde, die der Wirklichkeit etwas Eigenes abgewinnen. In einem Alter, in dem die Auseinandersetzung mit der Welt zunehmend gedanklich wird, geben Schmieden, Schreinern und Steinhauen eine unmittelbare Gegenerfahrung – hier zählt nicht das Argument, sondern das Tun. Die Jugendlichen erfahren dabei, dass das Material nicht nur Mittel ist, sondern am Werk selbst teilhat – der Widerstand des Steins, die Härte des Eisens, die Maserung des Holzes formen mit. Diese Erfahrung, dass Kunst aus der Auseinandersetzung mit wirklicher Materie entsteht, ist ein wichtiger Gegenpol zur rein digitalen Welt, die heute vielerorts übermäßig präsent ist.

Tischlern

Im Werkunterricht der Mittelstufe haben die Schülerinnen und Schüler geschnitzt, geformt und eigene Werkstücke aus dem vollen Holz herausgearbeitet. In der 9. Klasse steigt der Anspruch: Jetzt geht es um maßgenaues Arbeiten, gerade Kanten und ebene Flächen. Ein Beispiel ist die Schwalbenschwanzverbindung, eine klassische Holzverbindung, bei der zwei Werkstücke ohne Leim und Schrauben ineinandergreifen. Das gelingt nur, wenn vorher genau geplant, sauber angerissen und präzise gesägt wurde. Ob die Verbindung sitzt, sehen die Schülerinnen und Schüler sofort: Das Holz zeigt unbestechlich, wie sorgfältig gearbeitet wurde.

Schmieden

In der 9. Klasse lernen die Schülerinnen und Schüler an Esse und Amboss das Schmieden. Das Eisen wird im Feuer erhitzt, bis es glüht, und dann mit dem Hammer in Form gebracht. Wer schmiedet, muss den richtigen Moment abpassen, entschlossen zuschlagen und das Werkstück immer wieder ins Feuer zurückführen, bis die gewünschte Form entstanden ist. Am Ende der Epoche hält jeder ein selbst geschmiedetes Messer in der Hand.

Buchbinden

Im Buchbinden lernen die Schülerinnen und Schüler, wie aus einzelnen Papierbögen ein gebundenes Buch wird: falzen, heften, leimen, pressen, den Einband gestalten. So verwandelt sich flaches, dünnes Papier in einen festen Träger von Wissen, Ideen und Gedanken. Wer ein Buch liest, hält eine Welt in Händen und vergisst das Papier. Wer ein Buch bindet, stellt mit den eigenen Händen her, was diese Welt zusammenhält.

Kupfertreiben

Beim Kupfertreiben entsteht aus einer flachen Kupferplatte eine dreidimensionale Form, etwa eine Schale. Das Metall wird nicht gegossen oder geschnitten, sondern durch Dehnen und Stauchen mit dem Hammer in Form gebracht. Eine laute, klirrende Tätigkeit, kupferfarben und hart und weich zugleich.

Steinhauen

Beim Steinhauen arbeiten die Schülerinnen und Schüler mit Marmor. Im Widerstand des Steins begegnen ihnen ursprüngliche Formen, die unter dem Meißel hervortreten. Aus ihnen eine eigene Gestalt zu finden verlangt, flexibel zu bleiben: Was abgehauen wurde, ist ab, und wer sich verhauen hat, muss eine neue Blickrichtung entdecken.

Gartenbau

Im Gartenbauunterricht arbeiten die Schülerinnen und Schüler mit Boden, Pflanzen und Jahreszeiten. Sie säen, pflegen und ernten, sie graben um, jäten und kompostieren und erleben natürliche Kreisläufe und ökologische Zusammenhänge unmittelbar.

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